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Kommissionieren

Unter Kommissionierung versteht man den Vorgang der Zusammenstellung von Gütern nach vorgegebenen Aufträgen aus einem Gesamtsortiment. Kommissionieren ist die Bereitstellung (Kommissionierung) von Waren für den Versand zu einem fest vorgegebenen Kunden- oder Produktionsauftrag. Die bereitgestellte Ware wird als Kommission bezeichnet. Derjenige, der die Ware bereitstellt, ist der Kommissionierer, die Tätigkeit an sich ist das Kommissionieren.

Die Kommissionierung bzw. die Tätigkeit „Kommissionieren“ beschreibt ein Zusammenstellen von Gütern und Waren nach Aufträgen. „Wir kommissionieren individuell nach Ihren Wünschen“ bedeutet, dass der Kunde auswählen kann, welche Einheiten wie zusammengefügt werden. So bekommt beispielsweise ein kleiner Getränkemarkt auf einer Palette Cola, Fanta und Sprite gemischt geliefert, ein großer hingegen mehrere Paletten nur jeweils Cola, Fanta, Sprite.

1. Kommissionieren als Tätigkeit

Kommissionieren bietet also bedarfsgerechte Zusammenstellung von Waren und benötigten Mengen. Besonders im Ersatzteil-Bereich ist dem Kundenbedarf entsprechendes Kommissionieren extrem wichtig, denn viele Ersatzteile sind relativ teuer. Wenn diese in festen Bündelungen bzw. Mengen abgenommen werden müssten, die nicht dem tatsächlichen Bedarf bzw. den akuten Defekten entsprechen, wäre das Lager des Kunden voll mit ungenutzten Ersatzteilen. Das ist teuer, bindet Kapital und steigert die Kosten – im schlimmsten Fall hat ein Ersatzteil sogar ein Verfallsdatum und darf nach Ablauf einer bestimmten Frist nicht mehr eingebaut werden.

Ob Konfektionierung, Kommissionierung oder Co-Packing, viele externe Logistikdienstleister unterstützen Hersteller mit unterschiedlichen Service-Angeboten beim Handling ihrer Waren und stellen Warengruppen, Ersatzteile etc. bedarfsgerecht zusammen. Typische Dienstleistungen beim Kommissionieren sind z.B. Palettieren von Ware, Auditieren von Chargen, statistische Auswertungen und Service-Leistungen in der Palettenlogistik wie Sortierung nach UIC-Norm, etc.

2. Einstufiges/mehrstufiges Kommissionieren

Als Kommissionierer wird ein Mitarbeiter bezeichnet, der den Kundenauftrag durchführt, also die Ware kommissioniert. Kundenaufträge können auf unterschiedliche Art kommissioniert werden. Generell wird unterschieden zwischen einstufiger Kommissionierung und mehrstufiger Kommissionierung.

Bei der einstufigen Kommissionierung wird auftragsorientiert kommissioniert, das heißt, jeder Kundenauftrag wird einzeln kommissioniert.

Im mehrstufigen Kommissionierungs-Prozess werden Waren wie z.B. Ersatzteile unterwegs mehrfach neu kommissioniert. Das spart Zeit und macht die Kommissionierung effizienter, aber auch fehleranfälliger.

Zusätzlich unterscheidet man – je nach einstufiger oder mehrstufiger Kommissionierung – noch die angewandte Methode:

3. Paralleles/serielles Kommissionieren

  • Parallele Kommissionierung: Jeder Kundenauftrag wird je nach Lagerzone in verschiedene Teilaufträge aufgeteilt. So erfolgt die Kommissionierung parallel. Die einzelnen Teilaufträge werden am Ende zusammengeführt.
  • Serielle Kommissionierung: Die Aufträge werden in den verschiedenen Lagerzonen nacheinander bearbeitet. Dabei kann ein Kommissionierer alle Lagerzonen durchschreiten oder mehrere Kommissionierer jeweils einzelner Lagerzonen den Auftrag nacheinander zusammenfügen.

 

Bei der mehrstufigen Kommissionierung werden beide Verfahren gleichzeitig angewandt: Die serielle und parallele Kommissionierung. Dabei werden die einzelnen Auftragseingänge zu einer Serie zusammengefasst und parallel abgearbeitet. Somit kann ein Artikel, der in mehreren Aufträgen vorhanden ist, gesammelt und auf einmal entnommen werden. Am Ende werden die Einzelaufträge wieder aufgeteilt.

4. Kommissionier-Verfahren

Neben beleghaften Kommissionierungsverfahren, in denen man mit einer Art Kassenbon arbeitet, setzen sich zunehmend Verfahren der beleg- also papierlosen Kommissionierung durch. Dazu zählen folgende Verfahren:

  • Kommissionieren durch Pick-by-Voice: Dabei findet die Kommunikation zwischen Kommissioniersystem und Kommissionierer mittels Sprache statt. Anstatt ausgedruckter Kommissionierlisten oder Datenfunkterminals arbeitet der Kommissionierer mit einem kabelgebundenen oder kabellosen Headset.
  • Kommissionieren durch Pick-by-Light: Anstelle einer Kommissionier- oder Pickliste werden dem Kommissionierer die zu entnehmenden Artikel und Mengen über eine am Entnahmefach angeordnete Leuchte übermittelt.
  • Kommissionieren durch Pick-by-Terminal: Pick-by-Terminal ist eine Form der beleglosen Kommissionierung. Die Kommunikation mit dem Kommissionierer erfolgt anhand eines fest installierten Terminals, oft auch auf Gabelstaplern oder an Kommissionierfahrzeugen.

Kommissionieren durch Pick-by-MDE: Mobile Datenerfassungsgeräte (MDE) sind elektronische Geräte; ähnlich Handscannern, die das Lagerpersonal beim Abfragen und Aufnehmen von Waren- und Auftragsdaten unterstützen. Sie können entweder in der Hand gehalten oder an einem Transportsystem (z.B. Stapler) befestigt werden.

Kommissionieren durch Pick-by-Point: Die Kommunikation mit dem Kommissionierer erfolgt anhand eines Lasers, der im Regalgang installiert ist. Dieser gibt dem Kommissionierer die Information, in welchem Regalfach er die Ware zu entnehmen hat. Greift der Kommissionierer ins falsche Regalfach, so ertönt ein Warnsignal. Mittels einer Software zur Steuerung des Lasers können auch verbotene Zonen definiert werden.

5. Statisches/dynamisches Kommissionieren

Beim Kommissionieren kann die Bereitstellung der Ware sowohl statisch, als auch dynamisch erfolgen. Es wird unterschieden in

Ware-zu-Mann-Kommissionierung

Die Ware-zu-Mann-Kommissionierung stellt die Ware dynamisch und automatisiert bereit. Die Ware bewegt sich, der Kommissionierer steht an seinem Platz. Die Artikel werden mittels Fördertechnik wie z.B. Fließband zum Kommissionierer transportiert. Der Mitarbeiter nimmt die Ware an seinem festen Kommissionierungsplatz entgegen und entnimmt die vom Lagerverwaltungssystem vorgegebene Menge. Die neue Ware wird wieder mit demselben Fördermittel zurück ins Lager transportiert. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass der Kommissionierer keine Laufwege und geringere körperliche Belastung hat und eine vergleichsweise hohe Kommissionierleistung erreicht. Außerdem wird durch den Einsatz automatischer Entnahmehilfsmittel die Fehleranfälligkeit verringert.

Mann-zu-Ware Kommissionierung

Hier wird die Ware nicht vom Lagerplatz zum Kommissionierer transportiert, sondern der Kommissionierer läuft zur Ware. Die Materialentnahme erfolgt in der Regel manuell ohne automatische Hilfsmittel. Deshalb eignet sich diese Kommissionierart bei kleinen Auftragsgrößen, bei Waren von geringem Gewicht und bei kurzen Wegen in kleinen Lagern. Bei Amazon hingegen beklagen sich die Kommissionierer genau über diese Art des Kommissionierens, denn sie legen vielfach 20 Kilometer pro Tag zurück, was eine enorme körperliche Belastung darstellt.

6. Barkawi Success-Story

Ziel der Kommissionierung ist stets eine Verkürzung der Kommissionierzeit. Je schneller ein Auftrag kommissioniert wird, desto günstiger ist das Gesamtprodukt. Weitere Ziele lauten Wegeoptimierung, Erhöhung der Kommissionierleistung anhand kurzer Durchlaufzeiten, Prozesssicherheit und die Optimierung durch Batchbildung. Die Abarbeitung des Auftragsvolumens soll so wenig Aufwendung wie möglich erfordern.

Praxisbeispiel:

Bei einem führenden deutschen Automobilhersteller hat Barkawi zwei Lager-Audits durchgeführt. Ergebnis der beiden Audits waren Gesamteinsparungen in Millionenhöhe.

Bei der Analyse fanden sich beim Kommissionierprozess umfangreiche Ansatzpunkte für Verbesserungen. So stellten sich beispielsweise die fehlende Konsolidierungsmöglichkeit bei der Kommissionierung sowie nicht optimierte Kommissionier-Routen als problematisch heraus. Auch wurde die ABC-Analyse im Lagerverwaltungssystem nicht häufig genug durchgeführt,

Für Materialien mit besonders hoher Kommissionier-Frequenz wurden die Wege zur Kommissionierware verkürzt, was sich durch eine deutliche Senkung der Kommissionierzeit von ca. 20% bemerkbar machte.

Durch die Umstellung auf RF-Scanning basierte mobile Handgeräte, die direkt an das Lagerverwaltungssystem angeschlossen wurden, konnte die manuelle Arbeit bei der Kommissionierung reduziert und die Arbeitsprozesse beschleunigt werden. Die Fehlermeldungen, verursacht durch Pickfehler, gingen um 10% zurück.

Diese und noch viel mehr Anforderungen wurden schon in zahlreichen Projekten von Barkawi erfolgreich umgesetzt. Sie haben andere Problemstellungen? Brauchen ein paar innovative Konzept-Ideen? Unterstützung bei der Digitalisierung Ihrer Lagerlogistik? Dann sind Sie genau richtig bei uns!

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